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der Künstler |
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|12.05.
bis 29.06.2000 |
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| Retrospektive in Memorial |
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Anläßlich der Duisburger Akzente EINANDER
NACHBARN, in denen die Kultur der Niederlande und Flanderns vermittelt
werden soll, zeigt die cubus kunsthalle Teile des Nachlasses
von Jim Rayments, eines europäischen Künstlers, dessen
letzte Schaffensperiode in Amsterdam durch seinen viel zu frühen
Tod im Jahr 1987 endete. Jim Rayment starb im Alter von 49 Jahren.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Schwerter Sammler Prof. Dr.
Rohner ist es gelungen, Teile des umfangreiche Oeuvres in Duisburg
zu präsentieren. |
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| Der 1938 in London gebürtige Jim (James
Victor) Rayment studiert in seiner Geburtsstadt Kunst und
beginnt seine künstlerische Laufbahn mit einzelnen Ausstellungen.
Er wird Mitglied der SOHO Gruppe und gilt als einer der jungen
zeitgenössischen Künstler, die zunächst in
Melbourne, 1959, in Barcelona, 1962 und in Paris, 1963 ausstellen.
Er gehört zu den unruhigen, stetig suchenden Künstlern,
die es nicht an einem Ort hält. London zum Ende der
50er Jahre empfindet er als langweilig. Er selbst beschreibt
London später in einem Interview mit einem niederländischen
Journalisten, “London schlief – die Minirock
Revolution hatte noch nicht begonnen und die Stadt befand
sich in ihren letzten gemäßigten Zuckungen der
Nachkriegsgelassenheit.“ |
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Das Festland zieht ihn magnetisch an: Kunst und
Abenteuer waren auf der anderen Seite zu finden und so überquert
er den Kanal.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris ( „Ich war noch nicht
reif für Paris zu der damaligen Zeit“), zieht er in
den Süden Frankreichs. („Eigentlich war ich nicht
wirklich ein Eremit auf dem Gipfel eines Berges, aber ich bedurfte
der Disziplin.“)
1962 kehrt er wieder nach Paris zurück, wo es ihn über
10 Jahre halten sollte. Die Pariser Zeit stellt sicherlich eine
der wichtigsten Schaffensperiode in seinem Werk dar. Paris ist
aufregend, mit weitem Horizont, vielen Museen, Hunderten von
Galerien. In dieser international besetzten Szene trifft er viele
Künstler, geht Freundschaften ein, lernt eine Menge und
formt seinen persönlichen Stil und künstlerischen Ausdruck.
Er arbeitet sehr hart und diszipliniert und realisiert zahlreiche
Ausstellungen.
Dennoch wird er unruhig und er entscheidet, dass nur ein erneuter
Ortswechsel Befriedigung bringen könne. Kopenhagen wird
seine nächste Station, dann 1975 endgültig Amsterdam.
Das Stedelijk Museum bietet ihm ein Atelier auf der Prinseneiland
an, das er in gleichen Jahr bezieht. Rayment beschreibt Amsterdam
als liebenswerte Stadt und schätzt hier das künstlerische
Klima. Die langen Wintermonate jedoch liebt er weniger und beschreibt
sie als „sechs monatigen Kampf gegen die Dunkelheit“.
Viel zu früh stirbt Rayment am 4. Dezember 1987. |
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Die Ausstellung gibt einen Überblick über
das Werk Rayments und teilt sich in zwei Hauptsektionen. Zum
einen das sehr umfangreiche Spätwerk aus den 80er Jahren,
in dem er sich hauptsächlich der Aktmalerei widmet, zum
anderen die in den 70er Jahren entstandenen surrealistischen
Landschaften, die an eine erschaffene Traumwelt erinnern. |
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Rayment hat die menschliche Figur als weiblichen
Akt, in zahllosen Variationen bearbeitet und dabei mit stilistischen
Mitteln wie dem Kubismus, dem Expressionismus, experimentiert.
Zitate von Picasso, Matisse bis Klimt sind seiner Aktmalerei
zu entlocken, die auf bemerkenswerte Art und Weise die Figur
zugleich spielerisch und streng gegen den jeweiligen sehr neutral
gehaltenen Farbhintergrund stellt.. Es scheint als reduziere
Rayment den Akt auf ein bestimmtes Idealmodell, das immer wiederkehrt
und sich behauptet. Die Quintessenz und die Reduzierung auf eine
Morphologie, die ihn nach vielen Variationen und experimentellen
Studien nicht mehr los lässt.
Weder die kubistische Zerstückelung, noch die plakative
allein an der Fläche orientierte Bildhaftigkeit vermögen
ihn zu fesseln und so führen sie ihn wieder hin zu einer
klaren, reduzierten Formsprache. Struktur und Gliederung erinnern
uns an die Akte Amedeo Modiglianis. Ähnlich geschlossen
präsentiert sich uns heute sein Spätwerk. |
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Dabei hat Rayment bereits in seinen sehr frühen Zeichnungen
und Malereien ein künstlerisches Interesse an der naturalistischen
Arbeitsweise. Danach jedoch löst er sich schrittweise, wird
abstrakter, indem die Formen ein eigenes Leben zu führen
scheinen. Nach und nach erfindet Rayment eine selbständige
nicht abbildhafte innovative Welt aus Farbe und Form. Er erschafft
seine eigene traumhafte Welt und scheint seinen Phantasieformen
Leben einzuhauchen. Es ist, als führten hier eigenständige
Wesen ein Leben in einer irrealen aber für sich genommen
realen Welt. Sie erinnern wahlweise an Mikroorganismen, oder
an Maschinen, die ihren Arbeitsvorgängen selbständig,
ohne von Menschenhand geleitet, nachgehen. Das industrielle Zeitalter
wie auch die Mikro-kosmische Entdeckung hat vor den Künstlern
nicht Halt gemacht. Kandinsky, Miro und Tinguely mit seinen „lebenden
Maschinen“ haben sich mit diesen Entwicklungen des 20.
Jahrhunderts künstlerisch auseinander gesetzt. |
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Aus kunstwissenschaftlicher Sicht mag man sich
fragen, ob das Kunstwollen in kausalem Zusammenhang zu den äusseren
Erscheinungen und Entwicklungen steht und unser Einfühlungsvermögen
zu beeinflussen vermag. Wilhelm Worringer, Kunstwissenschaftler,
stellte mit seiner stilpsychologisch begründeten Theorie „Abstraktion
und Einfühlung“ 1907 die These auf, dass, je unbegreiflicher
die Weltgeschehnisse seien, desto abstrakten das Kunstwollen
werde. Hat Kandinsky nicht sein erstes abstraktes Bild gemalt,
nachdem er von der wissenschaftlichen Entdeckung des Atoms erfuhr?
Diese Entdeckung brachte sein Weltbild ins Wanken, stellte für
ihn den Zerfall des Festgeglaubten, der Materie, dar. Kandinsky
reagierte darauf, indem er sein eigenes Universum aus Formen
und Farben erschuf.
In ähnlicher Art und Weise verfuhr auch Willi Baumeister
nach dem Desaster des 2. Weltkriegs, sowie die Künstler
nach 45, die Entstehung der informellen Kunst. |
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Auch Rayment ist Kind seiner Zeit. Auch er erschafft
sich eine Welt aus Farbe und Form, die ein kleines Universum
darstellen.
Um so interessanter mutet das Spätwerk des Künstlers
an. Denn anstatt, von seiner Krankheit gezeichnet, sich in seine
eigene Traumwelt zurückzuziehen, wird Rayment wieder figurativer.
Es scheint als suche er förmlich nach einem Idealbild, als
wolle er es festhalten, um es nicht zu verlieren, damit ihn die
Muse nicht entgleiten möge.
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